HANNA RATH
Workshops & Beratung
zu Autismus und Diversity

Q&A –

Was bedeutet der partizipative Ansatz?
Mehrere meiner Fortbildungen wurden gemeinsam mit erwachsenen Menschen aus dem Autismus-Spektrum entwickelt. Ihre Perspektiven prägen die Inhalte und sind ein zentraler Bestandteil. Auch in anderen Formaten ist mir wichtig, autistische und neurodivergente Perspektiven ernst zu nehmen und sichtbar zu machen.
In der Zusammenarbeit besprechen wir alle möglichen Themen, die für die Umsetzung der Fortbildungen wichtig sind, wie z.B. Welche Fortbildungsthemen haben Priorität, welche Inhalte sind besonders wichtig, welche Methoden sollen eingesetzt werden, usw.
Die Mitwirkenden haben nach eigener Einschätzung der Kapazitäten und des Wohlbefindens entschieden, ob sie Beiträge in Schriftform, per Sprachaufzeichnung, Videobeitrag oder in sonstiger kreativer Form einfließen lassen möchten.
Wie gestalten sich die Kosten für Workshops, Fortbildungen und Vorträge?
Die Preisgestaltung orientiert sich an einem solidarischen Prinzip. Der Tagessatz variiert je nach vorhandenen Ressourcen, der Zielgruppe und der Dauer des Formats sowie dem organisatorischen Rahmen (z. B. online oder in Präsenz, inklusive Anfahrtskosten).
Der Tagessatz für Non-Profit-Organisationen, Vereine und kleinere Initiativen beginnt bei 900,-€.
Am sinnvollsten ist eine kurze Anfrage – dann klären wir gemeinsam, was machbar ist.
Sind die Inhalte fest vorgegeben oder flexibel?
Es gibt keine starren Pakete. Die Angebote werden so gestaltet, dass sie zu Ihren Fragen, Bedürfnissen und Rahmenbedingungen passen. Inhalte, Dauer und Format stimmen wir gemeinsam ab.
Ist die Beratung vergleichbar mit einer Therapie?
Nein. Meine Beratung und mein Coaching sind keine Therapie. Sie bieten Orientierung, Reflexion und Unterstützung im Alltag, ersetzen jedoch keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung.
Ich weiß noch nicht genau, was ich brauche – kann ich trotzdem anfragen?
Ja, unbedingt. Viele Anfragen starten mit einer ungefähren Idee oder einem Gefühl, dass etwas verändert werden soll. Gemeinsam können wir klären, welches Angebot passend ist.
Anfragen sind unverbindlich.
Muss ich mich mit Autismus schon gut auskennen, um ein Angebot zu buchen?
Nein. Die Angebote richten sich sowohl an Menschen mit Vorkenntnissen als auch an Personen, die sich erstmals mit dem Thema beschäftigen. Inhalte und Tiefe werden an den jeweiligen Wissensstand angepasst.
Wir sind ein queerer Verein und möchten unsere Angebote autismus-freundlicher gestalten – passt das?
Ja. Queere Vereine und Initiativen leisten bereits wichtige Arbeit, indem sie safer spaces für LGBTQIA*-Personen schaffen. Gleichzeitig erleben viele autistische queere Menschen, dass sie dort dennoch auf Barrieren stoßen – etwa durch reizintensive Umgebungen, unklare Abläufe, unklare soziale Erwartungen oder nicht ausreichend transparente Kommunikation.
In Workshops oder Beratungsformaten schauen wir gemeinsam darauf, wie Veranstaltungen, Räume und Angebote so gestaltet werden können, dass sie sowohl queersensibel als auch autismus-freundlich sind. Dabei geht es nicht darum, bestehende Konzepte grundsätzlich infrage zu stellen, sondern strukturelle Hürden sichtbar zu machen und Zugänglichkeit zu verbessern – mit Blick auf die Überschneidung von Queerness und Autismus.
Wir möchten unsere Arbeitswelt inklusiver gestalten und autistische Menschen besser einbinden – sind diese Angebote hilfreich?
Ja. Viele Organisationen, Träger und Unternehmen kommen mit genau diesem Anliegen. Häufig scheitert Teilhabe im Arbeitskontext nicht an fehlenden Fähigkeiten oder Motivation, sondern an Rahmenbedingungen wie uneindeutiger Kommunikation, unklaren Aufgaben, reizintensiven Umgebungen oder unrealistischen Erwartungen an soziale Interaktion.
In Fortbildungen oder Workshops schauen wir gemeinsam darauf, welche Barrieren im Arbeitsalltag bestehen und wie Arbeitsstrukturen autismus-gerechter gestaltet werden können. Ziel ist es, Potenziale sichtbar zu machen, individuelle Stärken zu fördern und Arbeitswelten zu schaffen, in denen Vielfalt nicht ausschließt, sondern ermöglicht.
Wir sind Eltern eines autistischen Kindes und fühlen uns oft unsicher oder überfordert – ist das Angebot auch für uns gedacht?
Ja. Viele Eltern autistischer Kinder erleben nach einer Diagnose oder in herausfordernden Phasen große Unsicherheit, Erschöpfung und das Gefühl, allein zu sein. Fragen zu Alltag, Schule, Entwicklung oder Zukunft stehen oft im Raum – besonders dann, wenn Rückzug, Schulabbrüche oder Krisen auftreten.
In Fortbildungen oder Beratungsformaten geht es darum, Autismus im Alltag besser zu verstehen und entlastende Perspektiven zu eröffnen. Dabei steht nicht die Frage im Vordergrund, was „richtig“ oder „falsch“ ist, sondern was Ihr Kind braucht und welche Rahmenbedingungen hilfreich sein können. Außerdem ist mir besonders wichtig, den Fokus auf Ressourcen und das Positive zu legen und nicht nur eine Diagnose im Vordergrund zu sehen.
Ziel ist es, Eltern zu stärken – nicht zusätzlich zu belasten – und gemeinsam Wege zu finden, die sich am Wohl des Kindes orientieren und nicht an gesellschaftlichen Erwartungen.